1915
Akefeh von Koerber wird im Iran als Akefeh Monchi-Zadeh geboren. Als Künstlerin verwendet sie auch später ihren Geburtsnamen.
Ihr Vater Mirsa Ebrahim Khan Monchi-Zadeh war hoher Offizier und zeitweise Polizeipräsident von Schiraz. Er übersetzte Werke der französischen Aufklärung ins Persische und setzte sich in Schiraz für bedrängte Juden ein.
Die von ihm gegründete Geheimorganisation kämpfte für eine Verfassung und gegen die Aufteilung Irans zwischen Russland und Großbritannien. Er wurde verhaftet, gefoltert und 1918 “auf der Flucht” erschossen.
Akefehs Mutter Attiye Sarkhosch zieht ihre vier Söhne und die einzige Tochter alleine auf.
Akefeh besucht die Schule der Zarathustrier, wo sie auch ihr externes Abitur ablegt.
Bereits als junges Mädchen beginnt sie autodidaktisch mit der Aneignung von verschiedenen Maltechniken und -stilen.
1935
Unterricht bei Hossein Behzad, einem Meister der persischen Miniaturmalerei. Wie ihm geht es ihr um die Erneuerung der persischen Malerei und einen Brückenschlag zur europäischen Kunst. Ihre Tabubrüche etwa in der Darstellung unbekleideter Menschen, ihre Entfernung von ikonografischen Traditionen und die Einbindung von Gegenwartsmotiven und die Verarbeitung eigener Erlebnisse in der Miniaturmalerei führen jedoch zu einem Bruch mit Behzad. Vor ihrer Reise nach Europa widmet sie sich der Portraitmalerei im Selbststudium und unter Anleitung eines Privatlehrers.
1941
Wie Behzad will A. Monchi-Zadeh nach Paris um europäische Kunst zu studieren.
Während der Fahrt mit der letzten Zugverbindung durch die UdSSR erfährt sie von dem drohenden Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion und muss aufgrund der Kriegsereignisse in Berlin bleiben. Sie verlebt die gesamte Kriegszeit in Deutschland.
1944
Nach der Einstellung des Studienbetriebs in Berlin (Ausbombung) Fortsetzung des Studiums in Leipzig, wo sie bei Lenka von Koerber deren Sohn und ihren späteren Ehemann Heribert von Koerber kennenlernt. Über Lenka von Koerber, die mit Käthe Kollwitz befreundet ist, kommt sie in Berührung mit dem Werk der von den Nationalsozialisten verfemten Künstlerin, das sie beeindruckt und zu eigenen Arbeiten anregt. In der Technik der Kohleskizzen findet sie eine geeignete Form, die erlebten Schrecken des Krieges zu verarbeiten. Fortsetzung des Studiums in Wien.
Nach Ausbombung in Wien Rückkehr nach Leipzig. Da Ausländer nicht mehr an der Hochschule zugelassen sind, Unterbrechung des offiziellen Studiums. Die weitere Ausbildung findet zuhause statt.
1946
Geburt der Tochter Schirin.
Gleichzeitige Arbeit an Miniaturen und Kohlezeichnungen in unterschiedlichen, auch sehr großen Formaten auf Packpapier. Sie beschäftigt sich in ihren Arbeiten intensiv mit den Schrecken des Krieges und einem erhofften gesellschaftlichen Neubeginn auseinander.
Angebot eines Lehrstuhles in Leipzig.
Da der Ehemann aus politischen Gründen die Sowjetische Besatzungszone verlassen muss, Übersiedlung nach Heidelberg in die Amerikanische Besatzungszone. Sie sichert durch den Verkauf von Miniaturen an US-Soldaten den Lebensunterhalt der Familie.
1947
Ausstellung auf Schloß Schwetzingen.
1950
Übersiedlung nach Hamburg. Mitglied der GEDOK. Weitere Ausstellungen ihrer Arbeiten.
1951
Mehrmonatige Reise in den Iran. Geburt des Sohnes Giv.
1953
Scheidung. Alleinerziehung der Kinder. Die unregelmäßigen Einnahmen aus dem Verkauf von Bildern oder aus Malaufträgen zwingen sie dazu, sich nach einer festen Arbeitsstelle umzusehen.
1960
Annahme einer Arbeitsstelle in Köln, um ein regelmäßiges Einkommen für die dreiköpfige Familie zu sichern.
1976
Neuzulassung zum Studium an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf.
1977
Abschluss des Studiums in Düsseldorf. Gastdozentin für Ikonen und Miniaturmalerei.
1984
Reise in den Iran. Zweijähriger Zwangsaufenthalt, weil ihr aus nie geklärten Gründen der iranische Reisepass abgenommen wurde. Abenteuerliche Flucht über Pakistan nach Deutschland.
1990
Ausstellung im Palacio del Segundo Cabo in Havanna / Kuba. Gast-Unterricht an der Kunsthochschule “San Alejandro”.
7. 3. 2003
in Köln verstorben